Checkliste

Das neue BaFin-Rundschreiben kommt

Sind Sie fit für das neue BaFin-Rundschreiben?

Die BaFin hat im Oktober 2017 einen Entwurf der Neufassung des Rundschreibens für Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch zur Konsultation gestellt. Eine Überarbeitung ist aus Sicht der BaFin aufgrund der Entwicklung im Bereich Zinsänderungsrisiko im Anlagebuch seit Inkrafttreten des noch geltenden Rundschreibens vom November 2011 notwendig.

Die Änderungen betreffen unter anderem die Berücksichtigung von Cashflows ohne Margen. Das heißt, Margencashflows sollen künftig nicht mehr verbindlich sein. Allerdings betont die Aufsicht, dass dem aus Margen resultierendem Risiko in den internen Risikosteuerungs- und -controllingprozessen angemessen Rechnung getragen werden muss.

Positionen mit unbestimmter vertraglicher Zinsbindung ("variables Geschäft") müssen gemäß der internen Methoden und Verfahren zur Steuerung und Überwachung der Zinsänderungsrisiken behandelt werden. Hierfür sind nach Vorgabe der MaRisk geeignete Annahmen festzulegen und zu dokumentieren. Neu im Rundschreiben ist eine Laufzeitbegrenzung von fünf Jahren in dem Sinne, dass der modellierte durchschnittliche Zinsanpassungstermin für Verbindlichkeiten ohne feste Zinsbindung diesen Zeitraum nicht überschreiten darf.

Weiterhin wird das ursprünglich für Banken ohne eine barwertige Zinsrisikomessung eingeführte Ausweichverfahren gestrichen. Bereits 2015 verpflichtete die EBA die Institute, ihre Zinsänderungsrisiken sowohl barwertig als auch ertragsorientiert zu messen. Diese Vorgaben werden in den neuen MaRisk umgesetzt, das heißt Banken müssen künftig in der Zinsrisikomessung beide Steuerungsperspektiven berücksichtigen.

Daneben enthält der Konsultationsentwurf weitere Klarstellungen und Anpassungen im Vergleich zum bisherigen Rundschreiben. Die BaFin plant, dem Rundschreiben bei Veröffentlichung ein Anschreiben beizufügen, das den Instituten Hilfestellung bei der Auslegung der Vorschriften gibt.

 

Sieben Fragen zur Orientierung

Beantworten Sie die folgenden sieben Fragen und verschaffen sich damit schnell einen Überblick, welche Punkte Sie bereits abhaken können und wo für Ihre Sparkasse noch Anpassungsbedarf besteht.

 

Thema
Inhalt
Umsetzung
Frage
Negative Zinsen in der Zinsstrukturkurve
Konkretisierung des Umgangs mit der Zinsuntergrenze von null bei negativen Zinsen in der jeweils aktuellen Zinsstruktur.
Workaround ist bis auf weiteres notwendig.
Ist der Workaround in Ihrer Sparkasse adäquat umgesetzt?
Integration der unmittelbaren Pensions-rückstellungen
Auch die Zahlungsströme aus unmittelbaren Pensions-verpflichtungen müssen einbezogen werden (Wesentlichkeit).
Es stehen per Gutachten geschätzte Zahlungsverpflichtungen als Cashflow zur Verfügung.
Sind die Cashflows aus den Pensionsverpflich-tungen in Ihrer Sparkasse integriert?
Cashflow ohne Margenbestandteile
Margen aus den Zahlungsströmen können herausgerechnet werden.
Dies muss in der Meldung an die Aufsicht angegeben und die Margenrisiken müssen an anderer Stelle berücksichtigt werden.
Wird ein solches Vorgehen in Ihrer Sparkasse erwogen? Wenn ja, ist die Messung und Steuerung auf margenbereinigtem Cashflows durchgängig und konsistent?
Verwendung einer risikolosen Zins-strukturkurve
Zur Diskontierung muss eine risikofreie Zinsstrukturkurve verwendet werden.
Definition einer risikofreien Zinsstrukturkurve (pro Währung).
Ist dies in den relevanten Systemen in Ihrer Sparkasse adäquat und konsistent umgesetzt?
Implizite Optionen (statisch und optional)
Integration der wesentlichen in Bank-produkten enthaltenen automatischen und verhaltensabhängigen Optionalitäten.
Einbindung statistischer Ausüber (Cashflow) und optionaler Ausüber (Optionsbuch).
Sind implizite Optionen in Ihrer Sparkasse wesentlich? Wenn ja, in welcher Form erfolgt die Integration (Fachlichkeit / Technik / Steuerung)?
Laufzeitbegrenzung für Verbindlichkeiten ohne feste Zinsbindung
Positionen mit unbestimmter vertraglicher Zinsbindung müssen gemäß interner Methoden und Verfahren abgebildet werden (z. B. „Methode gleitender Durchschnitte“).
Der Zinsanpassungstermin für Verbindlichkeiten ohne feste Zinsbindung darf durchschnittlich fünf Jahre nicht überschreiten (volumengewichtet).
Wurde die Restriktion bezüglich der aktuellen Mischungsverhältnisse in Ihrer Sparkasse überprüft und ein Routine-Prozess hierfür etabliert?
Streichung des bisherigen Ausweichverfahrens
Ein Ausweichverfahren im Sinne einer Approximation war bisher als Alternative vorgesehen (ohne Cash-flows und Diskontierung).
Das im Rundschreiben 11/2011 (BA) enthaltene Ausweichverfahren wird ersatzlos gestrichen.
Wird in Ihrer Sparkasse zurzeit noch das Ausweichverfahren genutzt? Wenn ja, wie ist der Umstieg geplant?
 

 

Download Checkliste

 

Mit uns behalten Sie den Überblick

Wir unterstützen Sie dabei, den Überblick über die aufsichtsrechtlichen Veränderungen zu behalten und die noch offenen Punkte in Ihrer Sparkasse schnell und unkompliziert zu schließen. Sprechen Sie uns einfach an.

 

 

ANSPRECHPARTNER

Klaus Stechmeyer-Emden

Lead Business Consultant

+49 (0) 172 / 9442 327

SUCHE

Sparkassen-Finanzgruppe

Unsere Lösungen für Sie

mehr erfahren